Posingtipps

„Ich seh‘ auf Fotos einfach immer scheiße aus!“ Meine Kundin ist total verzweifelt. Sie wünscht sich einmal schöne Bilder von sich, aber immer wenn sie ihrem Mann oder ihren Freunden mal die Kamera in die Hand drückt, dann hat sie eher das Bedürfnis, drei Wochen nichts zu essen, bevor sie sich noch mal davor stellt.

Geht es dir auch so? Irgendwie siehst du auf Fotos immer unvorteilhaft aus? Ich zeige dir die Basics, sodass du deine schönsten Seiten hervorheben kannst, auch wenn du keine Erfahrung vor der Kamera hast.

Diese Kundin hatte keinerlei Erfahrung vor der Kamera

Posing – Bauch kaschieren

„Ist der Bauch zu dick, weg vom Klick.“

Ich musste selber lachen, als ich mir diesen Satz ausgedacht habe, aber so vergisst du ihn nie mehr.

Die Kamera hat eine physikalische Eigenschaft:
Alles, das nah an der Kamera ist, wirkt größer / dicker;
alles, das weiter weg von der Kamera ist, wirkt kleiner / schmaler.

Das hast du sicher schon mal festgestellt: Wenn du von unten fotografierst, dann sieht deine Nase riesig und total unvorteilhaft aus. Wenn du aber von oben fotografierst, wirkt dein Gesicht groß und schön und der Rest deines Körpers wirkt schlank.

Das bedeutet für uns: Alles was du kaschieren möchtest, neigst du von der Kamera weg, alles, was du betonen möchtest, neigst du zur Kamera hin.

Dem Körper eine Form geben

„Bist du ein Rechteck, mach die Arme weg.“

Schau dir die Bilder unten an. Welches gefällt dir besser und warum?

Siehst du den Unterschied? Im ersten Bild sind die Arme an den Körper angelegt. Im zweiten Bild lassen die Arme eine Lücke. Das kann durch Haltung passieren, aber auch durch klobige und weite Kleidung. Du verdeckst also deinen Körper.

Stell dir einfach vor, man sieht nur deine Silhouette und ändere deine Haltung entsprechend.

Eure Fragen

Was tun gegen Doppelkinn?

Wer bei mir schon einmal ein Shooting hatte, kennt sie: „Die Schildkröte“. Das ist ein kleiner Trick gegen ein Doppelkinn. Dafür schiebst du das Kinn nach vorne und dann nach unten. Die Kamera sollte etwas höher sein, als dein Gesicht.

Du wirst merken, das fühlt sich mega unnatürlich und schräg an, aber du wirst sehen, dass es auf der Kamera richtig gut aussieht.

Was mache ich mit meinen Händen?

Eine wichtige Regel vorneweg: Vermeide es, den Handrücken oder die Handfläche zur Kamera zu halten. Das ist eine sehr helle Stelle im Bild, die den Blick vom Gesicht ablenken kann. Drehe die Hände also wenn möglich immer so, dass „das rote“ (Handkante) zur Kamera zeigt.

So jetzt geht’s aber los mit den Tipps:

Eine gute Lösung ist immer, etwas in die Hand zu nehmen, mit dem du spielen kannst. Ansonsten kommt es sehr darauf an, was du anhast.

  • Bei einer Hose: Schieb die Hände in die Taschen (Vorsicht: Schieb sie nicht so weit rein, dass sie verschwinden). Du kannst die Daumen auch in eine Gürtelschlaufe einhängen
  • Bei einem Kleid: Heb den Kleidsaum an.

Je nachdem wie du die Hände hältst, hat das eine andere Wirkung auf das Bild. Wenn du also eine bestimmte Wirkung erzielen willst, helfen dir vielleicht folgende Posingideen:

Ängstlich, sich selbst beschützen: Hände ineinander auf der Brust
Süß, nachdenklich: Mit den Haaren spielen
Hände asymmetrisch an das Gesicht (dabei die Hände nur auflegen, nicht andrücken, sonst sieht es aus wie Zahnschmerzen^^)
Verträumt, genießerisch: Handgelenk an die Stirn und Kopf nach hinten legen (Ohnmachtspose)

Jetzt hast du ein paar Tipps für deine nächsten Bilder bekommen. Wenn du sie ausprobieren und einmal so eine richtig tolle Figur machen möchtest, dann buche dein eigenes, elegantes Boudoirshooting!